Ungewissheit ist kein Grund zu zögern


Für den Sturm wappnen, auch wenn die See noch ruhig ist. (Bild: Westend61/​Getty Images)

Für den Sturm wappnen, auch wenn die See noch ruhig ist. (Bild: Westend61/​Getty Images)


Noch lässt sich nicht genau sagen, wie schlimm die Omikron-Welle wird. Doch das Wissen reicht für die Feststellung: Die Beschlüsse von Bund und Ländern reichen nicht aus.

Die fünfte Welle ist da, und Deutschland diskutiert nicht nur zum fünften Mal über die richtige Antwort auf die Ausbreitung des Coronavirus. Am wichtigsten ist, wie viel oder wie viel Sperrung angemessen ist. Der Hintergrund ist der richtige Umgang mit einer Vielzahl von ignoranten Themen.

Denn wenn man sich die Omicron-Variante anschaut, ist da noch der ganze Abgrund der Unwissenheit. Niemand weiß, wie verbreitet dieses Virus in Deutschland ist. Niemand weiß, ob die Omikron-Infektion Menschen wie Delta ins Krankenhaus bringt, wie effektiv ein, zwei oder drei Impfungen schwere Krankheiten verhindern, warum die Kurve in London wieder abgeflacht ist und die Kurve in Südafrika sogar sinkt, während die Kurve in Dänemark weitergeht steil zu steigen.

Jetzt denken Sie vielleicht daran, auf bessere Daten zu warten. Es klingt auf den ersten Blick vernünftig, genau das Gegenteil zu sein. Zu warten, bis die Wissenslücke geschlossen ist, wird fatal sein. Denn wer zu lange zögert, kommt im Zweifelsfall zu spät und riskiert schreckliche Konsequenzen. Dies ist seit Beginn der Pandemie der Fall – insbesondere angesichts der rasanten Expansion von Omikron. Wenn Sie sich die bekannten Informationen zu Omikron ansehen, müssen Sie feststellen, dass es jetzt an der Zeit ist zu handeln. Doch angesichts von Omikron reicht die Entscheidung der Ministerpräsidentenkonferenz – Clubs und Diskotheken zu schließen, keine Treffen mit mehr als 10 Personen mehr, auch wenn man geimpft ist – nicht aus. Es machte die Situation nicht gerecht.

Kurzum: Omikron ist bereits in Deutschland angekommen. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass es sich hier viel langsamer ausbreitet als in anderen Ländern. Daher sollte sich diese Variante spätestens kurz nach Ende des Jahres, möglicherweise auch früher, durchsetzen. Auf der anderen Seite gibt es keine zuverlässigen Erkenntnisse über Routen, die im Vergleich zu Deltas möglicherweise milder sind. Selbst wenn, könnte dieser Vorteil schon bald durch die schiere Zahl der Neuinfektionen geschmälert werden. Darüber hinaus können aufgrund der hohen Prävalenz, Isolation und Quarantäne in Krankenhäusern, Polizei und anderen systemrelevanten Berufen von einer Vielzahl leichter Erkrankungen Risiken ausgehen.

All dies geschah in einer Klinik, die bereits voll war. Die Zahl der Covid-Patienten auf der Intensivstation ist seit fast zwei Wochen rückläufig, aber leider geht der Rückgang nur sehr langsam vonstatten. Mehr als 4.500 Covid-Patienten werden noch auf der Intensivstation behandelt. Dieser Wert definiert den verbleibenden Platz für Warten, Versuch und Irrtum. Dies ist ein kleines Zimmer.

Dies spiegelt sich auch in dem Modell wider, auf dem der Modellbauer gerade sitzt. Sie berechnen immer nicht nur eine Szene, sondern ändern die relevanten Parameter in einem vernünftigen Rahmen. Je größer die Unsicherheit, desto breiter das Spektrum möglicher Kurse. Die verschiedenen Experten von Omikron sind sich jedoch einig, das Grund zur Entwarnung böte, lässt sich mit den bekannten Daten zu Omikron kaum errechnen.

Das Beste hoffen, aber auf das Schlimmste vorbereiten

Was zu tun ist, liegt auf der Hand: Sie können das Beste hoffen. Gleichzeitig müssen wir uns auf das Schlimmste vorbereiten und entschlossen sein. Bevor es zu spät ist, ist es wichtig, Ihr Bestes zu tun, um dem entgegenzuwirken. Das Verhältnis ist nach wie vor wichtig. Offensichtlich überzogene und unüberlegte Auflagen wie die „Grenzkontaktgrenze“ und 3G oder gar der Einkauf notwendiger Lebensmittel, wie das Robert-Koch-Institut kurz vor der Ministerpräsidentensitzung hastig vorgebracht hatte, halfen nichts.

Gleichzeitig sollten „relativ“ und „unzureichend“ nicht verwechselt werden. Aber genau das haben die Ministerpräsidenten getan. Die Entscheidung der MPK zeigt, dass sie auf die Meinungen des neuen Expertenausschusses des Ministerpräsidentenamts gehört hat, was nicht so gut ist, wie sie behaupteten. Warum die neuen Regeln erst nach Weihnachten gelten sollen, ist schwer nachvollziehbar. Was die private Interaktion angeht, ist sicherlich zu bedenken, dass sie weit unter der Obergrenze von zehn Personen liegt.

Vor allem aber zeigt die Tatsache, dass Restaurants, Kinos und Theater sich an das 2G-Prinzip halten, dass der Regierungschef kein Verständnis für die Situation hat. In vielen Fällen kann Omikron den Impfschutz problemlos umgehen. Das belegen sich stark ausbreitende Veranstaltungen wie die Firmenweihnachtsfeier in Oslo, bei der sich 79 der 107 vollständig geimpften Gäste infizierten. „Ohne Booster ist 2G eigentlich 0G“, sagt Dirk Brockmann, Infektionsforscher an der Humboldt-Universität zu Berlin. Daher sollte ernsthaft erwogen werden, alle Einrichtungen zu schließen, in denen sich viele Menschen versammeln. Vor allem, wenn es unmöglich ist, im Restaurant ständig FFP2-Masken zu tragen. Allerdings hat zumindest jeder einen Pflichttest, nämlich 2G plus. Es liegt nun am Beschlussdokument, festzulegen, welche Länder offen für eine Verschärfung der Politik sind. Im Gegenzug können die Schulen hoffentlich mit Tests, Masken und Belüftung geöffnet bleiben.

Keine Strategie für den Winter

Neben dem Land müssen wir jetzt, auch wenn es sehr quälend ist, Einzelpersonen und Einzelpersonen fragen: Welche Verbindungen sind wirklich wichtig, und welche Verbindungen lassen sich auf Outdoor-Spaziergänge übertragen oder auf den Frühling verschieben? Kann man Silvester mit einer oder zwei Familien statt mit vier oder fünf Familien feiern? Ist Ihre italienische Lieblingspizza genauso gut, wenn Sie sie zu Hause essen?

Der Ministerpräsident und der Ministerpräsident wollen sich vor dem 7. Januar nicht wieder zu Beratungen treffen. Die Entwicklung in den kommenden Wochen wird zeigen, ob diese Frist eingehalten werden kann.

Es gibt nichts Besseres als eine strategische oder mittelfristige Sichtweise, wie die Straße in diesem Winter aussehen wird. Die oben genannten Unsicherheiten erlauben derzeit nur Sichtfahrten. Wie streng diese Beschränkungen sind und wann sie angewendet werden, kann derzeit noch niemand sagen. Möglicherweise ist Omikron so ansteckend, dass es den Großteil der Bevölkerung in diesem Winter nicht verhindern kann. Dennoch gilt es, die Ausbreitung so weit zu verlangsamen, dass das Gesundheitssystem nicht zusammenbricht. Einige Experten sagen voraus, dass sich dies im Frühjahr ändern wird. Aufgrund der laufenden Auffrischungskampagne, der Anpassung an den Impfstoff von Omikron und der Saisonalität des Virus soll es nach und nach einfacher werden. Trotzdem: Dies erfordert noch viel Ausdauer.



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