Totimpfstoff zuerst für medizinisches Personal


Der Totimpfstoff von Novavax könnte viele bisherige Impfskeptiker doch noch von der schützenden Spritze überzeugen. (Bild: imago images/Martin Wagner)

Der Totimpfstoff von Novavax könnte viele bisherige Impfskeptiker doch noch von der schützenden Spritze überzeugen. (Bild: imago images/Martin Wagner)


Die Impfpflicht droht den Personalmangel in Sachsen-Anhalts Pflegeheimen und Kliniken zu verschärfen. Ein neuer Impfstoff könnte helfen.

Mehr als 2 Milliarden Impfungen weltweit haben kaum ernsthafte Schäden angerichtet, aber mehr als 5 Millionen Menschen sind an Covid-19 gestorben: Angesichts dessen ist die Einführung der Impfpflicht für Arbeiter in Kliniken, Pflegeheimen und Gesundheitseinrichtungen lang überfällig. Denn Mitarbeiter sind hier nicht nur einem besonders hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt, sie sind auch für teilweise gefährdete Patienten verantwortlich. Es ist nicht sinnlos, wie bei Masern bereits zu Spritzen verpflichtet zu sein. Aber in dieser kritischen Zeit könnten obligatorische Impfungen den Mangel an Heim- und Klinikpersonal verschärfen.

Denn je nach Region variieren die Impfquoten:  Zwischen den Bundesländern schwankt sie um bis zu 40 Prozent, allein innerhalb Sachsen-Anhalts liegen bis zu zehn Prozent zwischen den Landkreisen. Es ist zu erwarten, dass sich das auch beim medizinischen Personal spiegelt. In einigen Regionen - gerade in Mitteldeutschland - ist so zu befürchten, dass ein Zutrittsverbot für Ungeimpfte zu Versorgungsengpässen etwa in Heimen und Kliniken führt.

Angesichts des zunehmenden Personalmangels im Gesundheitswesen muss dieser Situation entgegengewirkt werden. Der Impfstoff von Novavax – ein Impfstoff auf Proteinbasis und damit basierend auf einer langjährig erprobten Methode – macht Hoffnung. Denn: der Verdacht liegt meist nicht auf einer allgemeinen Impfung, sondern auf der mRNA-Technologie von Biontech/Pfizer und Co. Gute Nachrichten: Die ersten Novavax-Lieferungen sollen Ende Januar eintreffen – eine gute Zeit vor der Impfpflicht. In diesem Fall sollte der Impfstoff zuerst dem medizinischen Personal zur Verfügung gestellt werden, bevor der nächste Engpass auftritt. Schließlich ist jetzt jede helfende Hand im Krankenhaus und in der Familie sehr wichtig.



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