So kann man günstiger tanken


Nicht nur an der Zapfsäule lässt sich Sprit sparen – auch beim Fahren auf dem Weg zur Arbeit.

Nicht nur an der Zapfsäule lässt sich Sprit sparen – auch beim Fahren auf dem Weg zur Arbeit.


Viele Beschäftigte sind auf ihre Autos angewiesen und fürchten die nun steigenden Benzinpreise. Doch mit ein paar einfachen Tricks können sie jetzt Geld sparen.

Hohe Spritpreise belasten insbesondere Pendler und Unternehmer. Das sind nach Angaben des Verkehrsministeriums etwa 40 Prozent aller Autofahrten. Infolgedessen haben viele Angst vor steigenden Preisen, insbesondere wenn das Auto keine Wahl hat. Auch wenn Finanzminister Christian Lindner Tankrabatte einführen will, fragen sich viele: Was kann ich jetzt tun, um Sprit zu sparen? Experten geben Tipps zur Verbrauchsreduzierung und Senkung der Fahrkosten.

Bei welcher Geschwindigkeit verbrauche ich möglichst wenig Benzin?

Laut Katharina Lucà, Sprecherin des Allgemeinen Deutschen Automobil Clubs (ADAC), variieren die optimalen Geschwindigkeiten je nach Marke und Modell. Generell gilt jedoch: Je schneller man ist, desto höher ist der Verbrauch. „Es ist sinnvoll, auf der Autobahn nicht schneller als 120 Kilometer pro Stunde zu fahren“, sagte Luca. Die Deutsche Umwelthilfe hat anders gerechnet: Wer auf der Autobahn 100 km/h statt 160 km/h fährt, spart 30 bis 40 Prozent Sprit. Auch die Verbraucherzentrale empfiehlt, mit niedriger Geschwindigkeit zu fahren. „Keine Scheu: Hyundai-Autos gehen nicht kaputt“, sagt Marion Jungbluth, Mobilitätsexpertin der Verbraucherzentrale. Sie empfiehlt außerdem, den Tempomat einzuschalten, damit Sie die gewünschte Geschwindigkeit beibehalten können, ohne versehentlich zu beschleunigen oder zu verlangsamen.

Wie kann die Fahrweise weiter optimiert werden?

Wer mit Weitblick fährt, kann Sprit sparen. Marion Jungbluth von der Verbraucherzentrale rät, immer 15 Meter Abstand zum nächsten Auto zu halten und im Straßenverkehr „mitzugleiten“. „Ständiges Beschleunigen und Bremsen verbraucht viel Sprit“, sagt Jungbluth. Auch Katharina Lucà vom ADAC empfiehlt eine möglichst gleichmäßige Fahrweise, die bis zu 20 Prozent Sprit sparen könne, sagte sie. Wer zum Beispiel plötzlich bremst, weil er in eine Stadt mit Tempolimit fährt oder an einer Ampel halten muss, verschwendet Sprit. Lucà sagt, es sei besser, das Gaspedal frühzeitig abzustellen und das Auto auf den letzten Metern in die Stadt oder an eine Ampel fahren zu lassen. Herausnehmen muss man die Gänge nicht: „Wenn man nicht beschleunigt, spielt es für den Verbrauch keine Rolle, ob die Gänge eingelegt sind oder nicht.“ Grundsätzlich sollte man bei etwa 2.000 Umdrehungen/min schalten – und diese Zahl dann auch erst mal beibehalten.

"Wer statt Diesel beispielsweise Salatöl tankt, riskiert unter Umständen Schäden am Motor."

-Katharina Lucà, ADAC


Läuft der Motor ohne laufendes Fahrzeug, verbraucht er laut ADAC etwa einen halben Liter bis zu einem Liter Kraftstoff pro Stunde. Wenn Sie also voraussichtlich mindestens 20 Sekunden stehen bleiben und das Auto kein Start-Stopp-System hat, lohnt es sich, den Motor abzustellen, sagt Lucá. Dem Auto schadet das nicht: „Anlasser und Batterie werden nach unseren Erkenntnissen durch den Zusatzschalter kaum belastet.“

Zu welcher Tageszeit tanken man besonders günstig?

Ist Gas am Montag billiger als an einem Feiertag? Diese Grundsätze gelten laut Katharina Lucà vom ADAC nicht mehr. „Stattdessen haben wir im Laufe des Tages mehrere Preisspitzen“, sagte sie. Am teuersten morgens, normalerweise gegen 7 Uhr, am günstigsten zwischen 18 und 19 Uhr und am günstigsten wieder zwischen 20 und 22 Uhr. Der Unterschied zwischen der teuersten Tageszeit und der günstigsten Etappe kann mehr als 7 Cent pro Liter betragen. „Einen 50-Liter-Tank volltanken und fast 4 Euro sparen“, sagt Lucà.

Kann ich eine andere Art von Sprit als üblich tanken?

Der ADAC rät Autofahrern, nur das zu tanken, was der Hersteller freigegeben hat – etwa Diesel oder Benzin. Wer den Super tankt, kann auf den E10 umsteigen und spart immer ein paar Cent, sagt Lucà. Sie rät von billigeren Alternativen ab, die einigen einfallen könnten: „Wenn Sie zum Beispiel Diesel durch Salatöl ersetzen, riskieren Sie einen Motorschaden.“ Denn Salatöl hat nicht die gleiche Viskosität wie Diesel und ist höherviskos. Kraftstoffeinspritzpumpen und -düsen, insbesondere in modernen Dieselfahrzeugen, sind dafür nicht ausgelegt, sodass die Verbrennung nicht optimal ist. „Das einzige, was zu erwarten ist, ist eine Reduzierung der Motorleistung – das wird mittelfristig dem Motor und dem Kraftstoffsystem schaden“, sagte Luca.

Wo sind die günstigste Tankstelle in der Umgebung?

Es gibt verschiedene Websites und Apps, die Kraftstoffpreise in verschiedenen Regionen in Echtzeit vergleichen, wie zum Beispiel clever-tanken.de oder Bertha. Marion Jungbluth von der Verbraucherzentrale empfiehlt, vor dem Tanken die Preise in der Umgebung zu prüfen. „Die Tankstelle um die Ecke ist nicht immer die günstigste. Manchmal kann man mit einem kleinen Umweg viel sparen“, sagt sie. Andererseits lohnt sich der längere Umweg meist nur, wenn Benzin oder Diesel woanders deutlich günstiger ist. "Tanken Sie vorausschauend. Wenn Sie erst tanken, wenn das rote Lämpchen bereits leuchtet, kann es teuer werden", sagte Jungbluth. Dann hat man oft nicht genug Zeit, um Tankstellen zu vergleichen und muss zur nächsten Tankstelle fahren.

Welche Geräte können abgestellt werden und wie viel darf mitgebracht werden?

Die Nutzung von im Auto integrierten elektronischen Geräten wie Heizung oder Radio verbraucht Kraftstoff. Schalten Sie zum Beispiel die Klimaanlage ein, verbrauchen Sie je nach Modell, Technik und Bedingungen 1,5 Liter mehr Kraftstoff auf 100 Kilometer. Lucà vom ADAC sagt, dass Standheizungen 0,2 bis 0,5 Liter pro Stunde hinzufügen. Es ist sinnvoll, Geräte auszuschalten, insbesondere wenn Sie sie nicht benötigen. Aber das hilft nicht viel, wie das Öffnen von Fenstern in der Hitze, anstatt die Maschine zum Kühlen zu verwenden. Das helfe nur bei niedrigen Geschwindigkeiten, etwa im Stadtverkehr, Sprit zu sparen, sagt Lucà: „Ein geöffnetes Seitenfenster oder Schiebedach beeinträchtigt die Strömung der Außenluft, verursacht mehr Luftwiderstand und damit auch Spritverbrauch.“ Aus Sicherheitsgründen sollte man das nicht Sparen Sie nicht an Beleuchtung, Scheibenwischer oder Scheibenheizung.



Kommentare