Impfpflicht: Chefarzt der Ameos-Augenklinik Haldensleben will aufhören


Markus Motschmann, Chefarzt der Ameos-Augenklinik in Haldensleben. (Bild: Juliane Just)

Markus Motschmann, Chefarzt der Ameos-Augenklinik in Haldensleben. (Bild: Juliane Just)


Der Chefarzt der Haldensleber Ameos-Augenklinik, Dr. Markus Motschman, lehnt die Impfpflicht für Mitarbeiter im Gesundheitswesen ab. Er hat sich nun zum 15. März 2022 arbeitslos gemeldet.

Nach dem "Gesetz zur Stärkung der Impfung gegen Covid-19" haben Bundestag und Bundesrat eine Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheitswesen beschlossen. Der Chefarzt der Augenklinik des Haldensleber Ameos Krankenhauses, Dr. Markus Motschmann, hat eine "rote Linie" überschritten.

Für ihn ist das ein Karriereverbot, und er stellte auf seiner Facebook-Seite klar: „Nach über 22 Jahren als Chefarzt der Augenklinik Haldensleben kann ich nicht mehr das beste Team führen, das man sich erhofft hat ."

Impfpflicht sei „Erpressung“

Er nutzte die Möglichkeit der Impfpflicht und meldete sich drei Monate im Voraus beim Arbeitsamt, um seine Arbeitslosigkeit am 15. Dezember zu melden. "Ich will mich von diesem Regime nicht erpressen lassen", kündigte er am Montag bei einer Sitzung auf dem Marktplatz in Haldensleber an. Mehr als 400 Menschen haben sich dort versammelt, um gegen die Corona-Schutzmaßnahmen der Bundesregierung zu protestieren.

Auf Volksstimme-Anfrage zu seinen Beweggründen hat Motschmann, der als AfD-Kandidat zur Landtagswahl im Juni angetreten war, nicht reagiert. Die Geschäftsführung des Ameos-Klinikum Haldensleben hat Motschmanns Schritte erst durch einen Facebook-Eintrag entdeckt. Yvonne Eichelmann, Leiterin Öffentlichkeitsarbeit von Ameos in Haldensleben, sagte schlicht: "Politik und private Äußerungen, etwa in sozialen Netzwerken, sind die Privatangelegenheiten aller unserer Mitarbeiter, daher werden wir uns dazu nicht äußern. Grundsätzlich nur, wenn wir Anhaltspunkte dafür haben." Wenn wir beurteilen, dass die Bestimmungen oder Verpflichtungen des Arbeitsvertrags betroffen sein könnten, werden wir private Aktivitäten unserer Mitarbeiter mit den betreffenden Mitarbeitern besprechen."

Arbeit ist ohne Nachweis nicht möglich

Impfpflicht in Einrichtungen wie Kliniken, Pflegeheimen, Arztpraxen und Rettungsdiensten, Arbeitnehmer müssen ihrem Arbeitgeber bis zum 15. März 2022 einen Nachweis über die abgeschlossene Impfung,einen Genesenennachweis oder ein ärztliches Attest, dass sie nicht geimpft werden können, vorlegen müssen. Legt der Arbeitgeber Nachweise nicht fristgerecht vor oder hat er Zweifel an der Echtheit und Richtigkeit der vorgelegten Nachweise, so hat er dies dem Gesundheitsamt anzuzeigen.

Das Gesundheitsamt kann die Beschäftigung oder den Zutritt in nachweispflichtigen Einrichtungen untersagen. Ab dem 16. März 2022 ist eine Aufnahme der Tätigkeit in verwandten Einrichtungen ohne Vorlage entsprechender Nachweise nicht mehr möglich.



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