Für Schernhammer ist "Vorsicht sehr angebracht"


© APA/FLORIAN WIESER

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Laut der Epidemiologin ist es vor der heutigen Gecko-Sitzung "nach wie vor schwer abzuschätzen, was auf uns zukommt".

Seit 14 Uhr berät die Expertenkommission Gecko zur aktuellen Corona-Situation. Beim Gipfel am Donnerstag wird sie Bundesregierung und Landeshauptleute im Umgang mit der sich gerade gebildeten neuen Corona-Welle beraten.

Vor dem Treffen am Dienstag führte Eva Schernhammer, Mitarbeiterin der Epidemiologin Gecko von der Med-Uni Wien, eine Diskussion über aktuelle große Fragen zum Umgang mit hochinfektiösen Omikron-Varianten.

Das größte Problem für die Experten ist nach wie vor: "Es ist schwer abzuschätzen, was auf uns zukommt." Aus Ländern wie Großbritannien, in denen die neue Mutation schon früher das Kommando übernommen hat, gibt es zwar schon einige Daten. "Aber es gibt sehr viele Unterschiede zwischen den Ländern."

Das geht von der Impfquote, über die im jeweiligen Land verwendeten Impfstoffe und den Zeitpunkt der Impfungen bis hin zur Zahl der Genesenen.

So lange die Unsicherheit über die mögliche Dramatik der Entwicklung nicht abschätzbar ist, ist aus Sicht von Schernhammer "Vorsicht sehr angebracht". In Österreich gäbe es derzeit zwar bereits eine Reihe von Einschränkungen. "Aber es wird darum gehen, ob das ausreicht", sagt die Epidemiologin zu den Krisengesprächen.

Lockdown vermeiden

Ein Lockdown sei jedenfalls immer die Ultima Ratio. "Das versucht man zu vermeiden. Aber ob das zu hundert Prozent möglich ist, weiß man nicht." In einer "massiv problematischen Situation" würde ein Lockdown nach wie vor wirken, ist die Wissenschafterin überzeugt.

Wie vor der Pandemie gilt es immer zu verhindern, dass schwerkranke Patienten mit Corona das Gesundheitssystem überlasten. Bei der hochansteckenden Variante von Omicron kann die kritische Infrastruktur jedoch aufgrund des Personalmangels und der Vielzahl gleichzeitig infizierter und isolierter Kontakte an ihre Grenzen stoßen.

Nach derzeitigem Kenntnisstand haben Personen, die drei- bis zweimal geimpft wurden, noch eine deutliche protektive Wirkung auf den Verlauf einer schweren Erkrankung. Aber sie können Omikron bekommen und Symptome entwickeln.

"Sehr viele Menschen mit milden Erkrankungen werden für ein paar Tage nicht arbeiten können", beschreibt Schernhammer das zu erwartende Szenario, das die Gefahr mit sich bringt, "dass das System das nicht aushält."

"Omikron schreibt Regeln neu"

Der zweite Aspekt, den es neben der Infektiosität beim Umgang mit der Omikron-Welle zu berücksichtigen gilt: "Wie viele erkranken schwer?" Und genau das für Österreich abzuschätzen, ist derzeit für die Experten noch schwer.

Aus Sicht der Modellrechner um Peter Klimek vom Complexity Science Hub Vienna "schreibt Omikron die Spielregeln neu", was den Umgang mit der Pandemie betrifft.



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